Basiswissen Liquid

Das Liquid ist der Betriebsstoff für die E-Zigarette. Ohne Liquid kein Dampf. Liquid gibt es fertig zu kaufen oder man mischt es sich selbst.

Die Hauptbestandteile sind

  • Propylenglykol und Glycerin
  • destilliertes Wasser
  • Aroma
  • Nikotin

Dazu gibt es verschiedene Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Sweetener oder Koffein.

Die Preise für fertiges Liquid schwanken zwischen 2€ bis 15€ für 10ml. Die Kosten beim selber mischen liegen in etwa bei 0,30€ bis 0,60€ per 10ml.

Propylenglykol (PG), Glycerin (VG)

Diese beiden Stoffe machen einen Gesamtanteil von ca. 85% bis 90% aus. Die Abkürzungen dafür sind PG (Propylenglykol) und VG (Glycerin).

Sie werden, je nach Verwendung, in veränderlichen Anteilen gemischt. Klassische Mischungen für Backendampfer sind in etwa 50% PG und 40% VG, in einer Gesamtmischung gesehen. Mischungen für Lungendampfer und entsprechenden Verdampfern sind ungefähr 20% PG und 75% VG. Da hat jeder seine Vorlieben und Selbstmischer schwören auf ihre Rezepte.

PG ist zuständig für den Geschmack, VG ist für den Dampf und die Dichte des Dampfes zuständig.

Den Dampf nennt man korrekt Aerosol, das sind Nanotröpfchen.

Propylenglykol (PG)

Propylenglykol ist ein von der EU zugelassener Lebensmittelzusatzstoff mit der Bezeichnung E 1520.

Propylenglykol wird verwendet in:

  • Kosmetikprodukten (z.B.: Zahnpasta, Hautcremes, Parfüm)
  • Medikamenten (z.B.: Asthmasprays)
  • Speisen und Tiernahrung
  • Tabakwaren
  • Kaugummi
  • Trägerstoff in der Aromenproduktion

Desweiteren wird es als Theaternebel in Discoteken, Theatern und beim Film in entsprechenden Verneblern eingesetzt.

Propylenglykol ist:

  • antimikrobiell
  • hygroskopisch (bindet Wasserdampf)
  • nahezu Geruchs- und Farblos
  • flüchtig
  • dünnflüssig

Im Liquid für E Zigaretten sorgt Propylenglykol für den Geschmack. PG ist Trägerstoff der Aromastoffe und lässt diese voller schmecken.

Es besteht hin und wieder Unsicherheit und es wird behauptet Propylenglykol ist ein Frostschutzmittel. Es gibt zweierlei Qualtäten, das industrielle Propylenglykol und das Pharmazeutische.

Das industrielle PG wird zum Frostschutz verwendet. Das pharmazeutische Propylenglykol ist als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen. Pharmazeutisches PG trägt die Handelsbezeichnung USP oder EP.

Probleme beim dampfen der E-Zigarette gibt es mit PG bezüglich der hygroskopischen Wirkung. Propylenglykol entzieht der Umgebungsluft die Feuchtigkeit und somit können Reizungen durch trockene Schleimhäute entstehen. Abhilfe schafft das eine oder andere Glas Wasser das man zu sich nimmt oder man wechselt zu Liquids mit mehr Glycerinanteilen (VG).

PG gibt es in kleinen Abfüllungen, als Literware oder Kanisterware zu kaufen. PG ist nach heutigem Stand nicht von der Tabakregulierung (TPD2) betroffen.

vegetable Glycerin (VG)

Glycerin ist ein von der EU zugelassener Lebensmittelzusatzstoff mit der Nummer E 422.

Glycerin ist ein Zuckeralkohol und wird daher auch als Glycerol bezeichnet. Eine weitere Schreibweise ist Glyzerin.

Die Bezeichnung vegetable deutet auf pflanzlichen Ursprung hin. Pharmazeutisches Glycerin macht keinen Unterschied über die verwendeten Rohstoffe. Das Produkt ist chemisch exakt beschrieben, das Ausgangsprodukt spielt keine Rolle.

Glycerin ist ein Nebenprodukt der

  • Biodieselherstellung (pflanzlich)
  • Palmölproduktion (pflanzlich)
  • Schlachtabfälle (tierisch, nur noch selten)
  • Benzin- und Dieselherstellung (Propen, chemisch)
  • Seifenherstellung (gemischt)

Auf Liquidflaschen ist entweder Glycerin oder vegetable (veg.) Glycerin als Inhaltsstoff zu lesen. Glycerin ist zähflüssig und hat (nach europäischem und deutschen Arzneibuch – PH. EUR/DAB) einen Reinheitsgrad von 99,5%. Glycerin wird in der Apotheke mit bis zu 15% Beimischung destilierten Wassers verkauft. Beim selber mischen muss man darauf achten welches Glycerin man verwendet um entsprechend Wasser hinzu zu fügen.

Glycerin wird verwendet in/als:

  • Feuchthaltemittel für Speisen (z.B.: Kaugummi, Süßungsmittel)
  • Kosmetikprodukte (z.B.: Zahnpasta)
  • Lederpflegemittel
  • Medikamenten
  • für Pflanzenauszüge
  • Tiernahrung
  • Seifenblasen

Alter Haushaltstipp: Glycerin in das Wasser des Weihnachtsbaumständers geben um den Baum länger frisch zu halten.

Erhöht die Standzeit des Nebels in Verneblern die in Film, Theater und Diskotheken eingesetzt wird.

Glycerin ist:

  • Farb- und Geruchslos
  • hygroskopisch
  • schmeckt süßlich
  • zähflüssig
Das muss man im Zusammenhang mit E Zigaretten und Liquid beachten: Glycerin ist für komplexere Liquids schwerlich geeignet da Glycerin mit der eigenen Süße feine Nuancen überlagern kann.

Für Einsteiger die den Nikotin-Hit suchen ist ein Liquid mit überwiegend VG nicht empfehlenswert. Auch die Liebhaber von Tabakaromen werden mit VG-lastigen Liquids nicht ganz so befriedigt wie mit klassischen Liquidmischungen die stets einen höheren Anteil an PG haben.

Reines Glycerin kann nicht gedampft werden da seine Konsistenz zu zähflüssig ist. Der sogenannte Flash ist geringer als bei Propylenglycol.

Für Verdampfer die für Backendampfer gebaut sind, führt zuviel Glycerin im Liquid zu Problemen im Nachfluss – kokeln ist die Folge.

Das ist bauartbedingt, Verdampfer dieser Kategorie haben kleinere Liquidkanäle. Ein Liquid für Backendampfer sollte sich an der traditionellen Mischung orientieren und nicht mehr als 50% Glycerin enthalten, besser zwischen 35% und 45%.

Glycerin gibt es in kleinen Abfüllungen, als Literware oder Kanisterware zu kaufen. VG ist nach heutigem Stand nicht von der Tabakregulierung (TPD2) betroffen.

destilliertes Wasser

Destilliertes, deminaralisiertes oder bidestilliertes Wasser befindet sich in jedem Liquid.

  • Destilliertes Wasser, durch einfaches erhitzen und Kondensation gewonnenes Wasser (energieintensiv)
  • bidestilliert, durch zweifaches erhitzen und Kondensation gewonnenes Wasser (energieintensiv)
  • demineralisiert, durch ein Ionenaustauchverfahren werden Minarale (u.a. Kalk) aus dem Wasser gelöst (energieschonenderes Verfahren)

Für den Selbstmischer würde Leitungswasser oder abgekochtes Wasser genügen. Ein Großhersteller wird mindestens auf die Qualität “destilliert” zurück greifen.

Der Wasseranteil hat zweierlei Aufgaben. Einmal soll das Liquid eine bestimmte Viskosität erreichen, sprich entsprechend dünnflüssig werden um im Verdampfer durch alle Liquidkanäle zu kommen. Das Liquid soll vom Dochtmaterial per Kapillarwirkung gut aufgenommen werden können.

Zum anderen mildert der Wasseranteil etwas die hygroskopische Wirkung von Propylenglycol und Glycerin. Wer viel dampft sollte etwas mehr Wasser trinken. Die wasserentziehenden Wirkungen sind nicht zu vernachlässigen. Das eingeatmete Liquid nimmt die Feuchtigkeit aus dem Mund- und Rachenraum auf. Diese gebundene Feuchtigkeit wird mit ausgeatmet.

Aroma

Die Aromen werden in großen Laboren, hautpsächlich für die Lebensmittelindustrie, hergestellt. Aromen lassen sich in natürliche und naturidentische Aromastoffe einteilen

  • natürlich = Aroma hat einen natürlichen Ursprung. Allerdings muss zum Beispiel das Erdbeeraroma nicht aus Erdbeeren gewonnen werden sondern kann beispielsweise durch einen Schimmelpilz erzeugt werden.
  • naturidentisch = vorwiegend synthetisch erzeugtes Aroma deren molekularer Aufbau dem natürlichen Vorbild gleicht.

Nicht alle Aromen sind für E-Zigaretten und den Dampfer geeignet.

Ein geeignetes Aroma darf nicht enthalten

  • Öle
  • künstliche Farbstoffe

Auf keinen Fall sich verleiten lassen und Backaromen oder Öle für die Duftlampe oder Minzöle verwenden. Das kann größte gesundheitliche Schäden nach sich ziehen.

Ein gebrauchsfertiges Aroma für Dampfer enthält immer Propylenglycol (als Geschmacksträger), des weiteren kann es zum Beispiel Stevia, Zitronensäure oder Wasser enthalten.

Inzwischen gibt es kaum eine Geschmacksrichtung die nicht gedampft wird. Von Veilchengeschmack bis hin zu Bieraroma ist alles vertreten. Die hauptsächlichen Kategorieen sind:

  • Fruchtig
  • Tabak
  • Drinks
  • Food
  • Sonstiges

Mit der TPD2 (Tabakrichtlinie) verschwinden einige Aromen, bzw. Fertigliquids mit bestimmten Geschmacksrichtungen und Herstellungsweisen. Tabakaromen die aus der Tabakpflanze gewonnen werden oder Menthol gehören dann der Vergangenheit an.

Aroma ansich ist nicht von der Tabakrichtlinie betroffen. Lebensmittelaromen kann man in vielen Shops kaufen. Sehr beliebt sind zur Zeit Eisaromen.

Diacetyl und Triacetin

Über beide Stoffe kursieren wilde Untersuchungen und Meinungen. Unter dem Strich: Aus einer Mücke wird ein Elefant gemacht.

Triacetin ist sehr gut untersucht und selbst bei geschwängerter Atemluft wurde es als unbedenklich eingestuft. Vanderzarth hat ein gutes Video dazu gemacht. Ab Minute 33 ist dann ein Fazit zu Triacetin zu sehen. Davor gibt es einen chemischen Exkurs.

Diacetyl und die Popcornlunge, ein weiteres Gespenst das durch die Aromen- und Liquidwelt geistert. Ja, wenn man darauf achtet dass ein Aroma kein Diacetyl enthält schadet es nicht. Besonders vanillige und kuchige Aromen enthalten Diacetyl. Die Konzentration ist allerdings um den Faktor 1000 kleiner als die Menge die ein Raucher zu sich nimmt. Und noch kein Raucher ist an einer Popcornlunge erkrankt (Info: Blog Rursus)

Aroma nicht pur dampfen!

Nikotin

Nikotin ist der heißdiskutierte Stoff im Liquid. Ihm werden teilweise Eigenschaften nachgesagt die nicht zutreffen. Daher rate ich zu diesem Video mit Prof. Dr. Bernd Mayer. Er stellt klar was Nikotin kann und was nicht. Er ist die Kapazität in Sachen E-Zigaretten und hat die Dampfer mehrfach vor politischen Ausschüssen vertreten.

Backendampfer benötigen eine höhere Nikotinkonzentration im Liquid als Lungendampfer. Beim Backendampfen kommt weniger Volumen an die Nikotin aufnehmenden Schleimhäute als durch direktes auf Lunge dampfen.

Ein Umsteiger/Einsteiger sollte nicht zu niedrig anfangen und sollte auch nicht zu früh versuchen von der Nikotinkonzentration herunter zu kommen. Das führt oft dazu dass man wieder mit dem rauchen anfängt. Empfohlen ist ein Liquid mit mindestens 12mg/ml.

Aussagen wie: “Ich konnte schnell reduzieren” mögen für den einen oder anderen funktionieren. Es ist aber kein Muss und schon gar keine allgemeingültige Empfehlung. Wer sich mit hohem Nikotingehalt wohlfühlt der sollte es dabei belassen.

Nikotinangaben beim Liquid erfolgen entweder über die mg/ml Angabe oder über die Prozentangabe. Ein 12er Liquid ist ein Liquid mit 12mg/ml oder 1,2% Nikotin.

Nikotin sorgt zusammen mit dem Propylenglycol (PG) für den sogenannten Hit oder Kick den ein Raucher sucht.